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How To Wander:
In 5 Schritten mit dem Wandern loslegen
1. Februar 2021
Winter.

Woran denkst Du, wenn Du diesen Begriff liest?

An Kälte? An Dunkelheit? An kurze Tage?
Sicherlich fallen Dir diese Begriffe ein.
Aber an allererster Stelle schießt Dir vermutlich ein Gedanke sofort in den Kopf: Schnee.

In einer eher tristen Jahreszeit hellt er jeden noch so dunklen Fleck auf und macht Lust,
sich trotz eisiger Temperaturen nach draußen zu begeben.

Während viele (Outdoor-)Aktivitäten im Winter wetterbedingt pausieren müssen,
ist das Wandern ein Allround-Talent.
Du kannst es jederzeit – abgesehen von extremen Wetterbedingungen – durchführen.
Anstatt also die kalte Jahreszeit daheim zu verbringen,
packe Dich einfach warm ein und mache Dich auf den Weg in die weiße Winterlandschaft.

Ja, na klar! Sehr gerne! Aber wie?

Die Idee klingt verlockend.
Du möchtest am liebsten sofort das Gefühl von Watte unter den Füßen spüren.
Du weißt aber nicht so recht, wie Du als Wanderanfänger:in loslegen sollst
und was Du zu beachten hast?

Dann bist Du hier genau richtig! 

 

Vor knapp zwei Jahren entdeckte ich zufällig, wie sehr mich das Wandern begeistert.
Auch ich hatte keinerlei Erfahrung mit dem Thema und niemanden in meinem engeren Umfeld,
der sich damit auskennt. Also bin ich einfach losgewandert. Ganz getreu dem Motto: Raus und Machen.

Und prinzipiell lässt sich auch sagen:

Wandern lernst Du (kennen), indem Du es tust!

 

Im Gegensatz zum Spaziergang betrittst Du bei einer Wanderung
allerdings meist neue Wege und bist auch deutlich länger unterwegs.
Gerade als Anfänger:in ist daher ein gewisses Maß an Planung vorab notwendig.
Welche Aspekte Du dabei bedenken solltest,
habe ich Dir in den folgenden fünf Wander-Schritten zusammengefasst.

she wanders wandert im Harz im Schnee.
Wander-Schritt #1: Dein Ziel festlegen

Bevor Du zur Tat wanderst ist natürlich das Ziel zu allererst festzulegen. Wo möchtest Du überhaupt hin? Anstatt die Suchmaschinen im Internet planlos nach Wanderrouten in Deiner Umgebung zu durchforsten oder Freunde und Bekannte in Deinem Umfeld nach Empfehlung zu fragen, solltest Du Dir zunächst selbst einige Fragen beantworten:

  • Was erwarte ich von der Wanderung?

Möchtest Du entspannen und den Kopf frei kriegen?
Bist Du an besonderen Sehenswürdigkeiten interessiert?
Oder sind Dir atemberaubende Aussichten wichtig?

Denke kurz darüber nach, was Du von Deiner Wanderung erwartest, um Dein Ziel besser bestimmen zu können.

  • Möchte ich allein oder in Begleitung wandern?

Wenn Du Dich noch nicht traust ganz alleine loszuwandern oder auch einfach gerne in Gesellschaft bist, ist es sehr ratsam, sich einen Hiking-Buddy an die Seite zu holen.
Gemeinsame Wanderungen sind eine unglaublich schöne Abwechslung zu anderen Aktivitäten.

Aber auch alleine zu wandern kann ebenso viel Freude bereiten. Du bist auf jeden Fall unabhängig und kannst spontan entscheiden, wann und wo Du wandern möchtest.

Überlege, was Dir wichtiger ist und was Du Dir zutraust.

  • Wie ist es um mein persönliches Fitnesslevel (und ggf. das meiner Begleitung) bestellt?

Persönlich empfehle ich Dir langsam zu starten, keine zu weiten Strecken zu wählen und anspruchsvolle Strecken erst zu einem späteren Zeitpunkt anzugehen. Auch wenn Du fit wie ein Turnschuh bist: Sofern Du nicht regelmäßig über eine längere Dauer zu Fuß unterwegs bist oder vielleicht im Alltag viel sitzt, ist dies eine ungewohnte Bewegung für Deinen Körper.

Meine Empfehlung daher: Wähle für den Einstieg eine leichte Route mit einer Länge von 5-10 km und beobachte, wie es sich für Dich anfühlt. Beim nächsten Mal kannst Du die Dauer und/oder Intensität weiter ausbauen.

  • Wie entdeckerfreudig und mutig bin ich?

Fühlst Du Dich unwohl oder hast Du gar Angst, unbekannte Wege zu bestreiten? Dann ist ein Ziel fernab von Deiner gewohnten Umgebung nicht das Richtige für Dich. Sei bei der Beantwortung der Frage ehrlich zu Dir selbst. Das Wandern soll Dir schließlich Freude bereiten und Dich nicht in unangenehme Situationen bringen.

Schätze Dich selbst realistisch ein.

Wenn Du diese vier Kernfragen für Dich beantwortet hast, kennst Du Deine persönlichen Anforderungen an Dein Wandererlebnis und kannst Dich nun mit der Recherche nach einem geeigneten Ziel auseinandersetzen.

Inspirationen findest Du dafür zu Haufe:

  • Frage Familie, Freund:innen oder Bekannte aus Deinem Umfeld für persönliche Empfehlungen
  • Schaue Dir Ziele aus bekannten Wanderprogrammen wie der Harzer Wandernadel an
  • Suche im Internet oder frage auf sozialen Netzwerken aktiv bei erfahrenen Wanderer:innen

Wenn Du ein potentielles Ziel im Auge hast, dann gehe noch einmal Deine Antworten auf die obigen Fragen durch und schaue, ob diese zu dem Ziel passen.

she wanders sieht Fichten auf dem Wurmberg im Schnee
Wander-Schritt #2: Deine Route planen

Wenn Du Dein Wanderziel festgelegt hast, geht es jetzt an die Planung der Route. 
Hierbei gibt es drei Alternativen, wie Du vorgehen kannst.

  • Alternative 1: DIGITAL ONLY

Nie zuvor war es einfacher, geeignete Wanderrouten zu finden. Auch in diesem noch (!) sehr nischigen Thema hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Mittels Apps wie z.B. komoot kannst Du Deine individuelle Tour selbständig nach Deinen Wünschen planen oder aus bereits vorhandenen Routen auswählen. Auch kannst Du Dir dort genau ansehen, wie die Wege und Oberflächen beschaffen sind. Somit weißt Du genau, was Dich erwartet.

Mich persönlich hat gerade dieser Aspekt der Vorhersehbarkeit bisher immer davon abgehalten, meine Wanderrouten bis ins letzte Detail mit jeder Abzweigung zu planen und Schritt für Schritt zu tracken.

Wandern hat für mich persönlich immer auch etwas mit Entdecken zu tun.

  • Alternative 2: BACK TO BASICS

Daher präferiere ich tatsächlich noch immer die analogen Wanderkarten auf Papier oder eine digitale Landkarte, auf der ich potentielle Wege ansehe. Auf den Wanderwegen selbst gibt es zahlreiche Beschilderungen, die einem ebenso den Weg weisen. Es funktioniert also auch, ohne die Strecke vorher genau zu kennen.

Alternativ kannst Du auch hierbei Familie, Freund:innen oder Bekannte einbeziehen und nach bereits bekannten Routen fragen. Häufig können sie Dir auch zusätzliche Hinweise geben, die keine App dieser Welt kennt.

Das Vorgehen bei der Routenplanung ist demnach genauso typabhängig wie Dein individuelles Wanderziel: Wenn Du zu Beginn noch nicht mutig genug bist und mehr Sicherheit benötigst, dann können Livetracker wie Wander-Apps genau das richtige für Dich sein. 

  • Alternative 3: MIX & MATCH

Vielleicht ist aber auch eine Mischung aus beiden „Extremen“, d.h. mit vollkommener Sicherheit und mit spontanen, unbekannten Wegen, eine Lösung für Dich. 

Seit Beginn meiner Wanderungen plane ich diese stets sehr grob: Wenn ich das Ziel festgelegt habe, schaue ich mir wie erwähnt potentielle Wege an. Als „Back-Up“ photographiere ich mir die Strecken ab und mache mir Notizen, sofern notwendig. Danach verlasse ich mich aber auf meinen Orientierungssinn und die besagten Wanderschilder. 

Wandern ohne Handyempfang funktioniert durchaus sehr gut und sensibilisiert Dich auch dafür, Deine Umgebung bewusster wahrzunehmen.

she wanders Rucksack im Harz mit Rucksack
Wander-Schritt #3: Deinen Rucksack packen

Nachdem Du nun weißt, wohin Deine Wanderreise gehen soll und auf welchem Wege, solltest Du Dir Gedanken über Dein Equipment machen. 

Dabei klingt Equipment nach einer riesigen Ausrüstung. Dem ist aber nicht so.

Das ist gerade das Großartige am Wandern: Du benötigst nicht viel, bekommst dafür aber Unmengen an schönen Momenten draußen in der Natur zurück. 

Für Deine ersten Wanderungen empfehle ich Dir aber die folgenden Dinge grundsätzlich stets dabei zu haben bzw. zu berücksichtigen:

Zur Orientierung:

  • Dein Planungstool aus Wander-Schritt #2 (App, Wanderkarte und/oder Notizen)
  • Ortungsgerät (Kompass und/oder GPS-Uhr) 

Zum Energietanken:

  • Genügend Flüssigkeit (am besten Wasser oder Tee)
  • Leichte, sättigende Mahlzeiten und/oder Snacks
  • Behälter zur Aufbewahrung Deiner Energielieferanten 

Bitte denke daran, die Natur zu respektieren und Deinen angefallenen Müll wieder mit nach Hause zu nehmen.

Für den Notfall:

  • ausreichend geladenes Smartphone (ggf. Powerbank mitnehmen)
  • Bargeld
  • Taschenmesser
  • Kleine Taschenlampe
  • Erste Hilfe Set

Zusätzlich informiere bitte mindestens eine weitere Person über Dein Wanderziel und Deine geplante Rückkunft.

Wie Du liest, benötigst Du keine außergewöhnlichen Dinge, um zu starten.

Erst, wenn Du merkst, dass Du das Wandern intensivieren möchtest, macht es Sinn über eine spezielle Ausrüstung nachzudenken.

she wanders wandert im tiefen Schnee den Wurmberg im Harz hinauf.
Wander-Schritt #4: Das Wetter im Blick haben

Auch wenn Du das Wandern saisonunabhängig ausüben kannst: 

Prüfe einige Tage vor Deinem angedachten Wandertag in regelmäßigen Abständen und auch am Wandertag selbst wie sich die Wetteraussichten entwickeln.

Bis auf extreme Wetterbedingungen wie Gewitter sowie Hitze- oder Kältewellen lässt sich grundsätzlich immer wandern. Auch Regen, Nebel oder Schneefall sollten Dich nicht von Deinem Vorhaben abhalten.

Wie bereits zuvor erwähnt: Höre auf Dein Bauchgefühl. Sagt Dir das Wetter nicht zu, dann passe Deinen Wanderplan an und verschiebe die Tour auf einen anderen Tag.

WICHTIGER HINWEIS: Beachte auch die Zeiten von Sonnenauf- und Sonnenuntergang!

Wandere nicht zu spät los und plane deutlich vor dem Sonnenuntergang wieder zurück zu sein.

she wanders wandert im kniehohen Schnee  im Harz
Wander-Schritt #5: Dein Outfit auswählen

Wie heißt es doch so schön:

„Es gibt kein schlechtes Wetter. Nur schlechte Kleidung.“ 

Gerade beim Wandern bewahrheitet sich dieses Zitat nur allzu oft. Wenn Du Dein Outfit geschickt wählst, kannst Du damit jedem Wetter trotzen. 

  • Der Wanderschuh

Kommen wir daher gleich zu Beginn zum Herzstück eines/einer jeden Wanderers/Wanderin:
Der Wanderschuh. 

Bevor Du sofort tief in die Tasche greifst und viel Geld investierst: Stop! Finde zunächst erstmal heraus, ob Dir das Wandern überhaupt zusagt. 

Zu Beginn tun es auch Deine Turnschuhe! 

Achte nur darauf, dass Dir die Schuhe gut passen, Du Dir darin keine Blasen läufst sowie die Sohle profiliert und rutschfest ist.

Sofern Du allerdings regelmäßiger losziehen und vor allem auch anspruchsvollere Strecken wandern möchtest, solltest Du Dir ein adäquates Schuhwerk zulegen. Am besten suchst Du dafür ein entsprechendes Fachgeschäft auf und lässt Dich beraten. Denn jeder Mensch besitzt einen anderen Fußtyp und hat dementsprechend andere Bedürfnisse an die eigenen Wanderschuhe. 

  • Das Zwiebelprinzip

Wenn ich Dir eines mit Sicherheit sagen kann, dann, dass ich niemals nur ein Outfit trage. Meist bin ich in drei bis vier Schichten eingehüllt.

Das kann zum einen an veränderten Wetterbedingungen liegen, zum anderen aber auch an diversen Höhenunterschieden oder der Intensität einer Wanderung. Grundsätzlich ist es wichtig, den Körper stets warm zu halten. Lieber also eine Schicht mehr mitnehmen und bei Bedarf ablegen.

Wie bereits beim Wanderschuh erwähnt, so gilt auch hier: Zu Beginn ruhig die vorhandenen Kleidungsstücke verwenden. Kaufe Dir nicht unnötig neue Outdoor-Klamotten!

  • Die Schutzschicht

Für den Fall, dass das Wetter sich im Laufe Deiner Wanderung ändern sollte, kannst Du selbstverständlich noch zusätzliche Schutzschichten in Form von Sonnen- oder Regenschutz (Sonnenbrille, Hut, etc. ) in Deinem Rucksack verstauen.

In 5 Schritten mit dem Wandern loslegen
Wichtigster Wander-Schritt:
SPAß HABEN & GENIEßEN!

Neben allen genannten Schritten gibt es allerdings einen, der von besonderer Bedeutung ist:

Spaß haben und die Wanderung in vollen Zügen genießen! 

Du kannst noch so durchgeplant und vorbereitet sein: Jede Wanderung ist einzigartig und für sich genommen besonders. Bitte laufe daher nicht einfach nur einen vorher durchdachten Plan ab.
Lasse Dich vielmehr mental voll und ganz auf Dein Abenteuer ein!

Fazit: 

Wie Du an den obigen 5 Wander-Schritten gelesen hast, ist es überhaupt nicht notwendig zum Wanderstart große Investitionen zu tätigen, um so gut wie ein Bergsteiger ausgerüstet zu sein. Insbesondere am Anfang solltest Du Dir nicht unnötig viele Gedanken machen und loslegen. Es geht vielmehr darum, unter Berücksichtigung Deiner persönlichen Präferenzen mit einer gewissen Planung das Wandern auszuprobieren. 

Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, ob Dich die Wanderlust gepackt hat
und wie Du konkret gestartet bist. 

2 Kommentare

  1. Marita

    Sehr schön geschrieben. Meine Erfahrung ist, man sollte nicht alles zu kompliziert machen, dann wird es schon wieder zum Stress. Hauptsache losgehen und Spaß habe, dann macht man es auch immer wieder.
    Schön, das du diesen Account machst. Wenn du Unterstützung brauchst, bin ich gern dabei. Liebe Grüße Marita. 🙂

    Antworten
    • Sara

      Hej liebe Marita,

      vielen Dank für Deine schöne Nachricht! Es freut mich zu lesen, dass Dir der Blog und der erste Artikel gefallen.

      Und ich stimme Dir zu. Wie bei vielem gilt auch beim Wandern: Etwas Planung und Vorbereitung ist nicht verkehrt.
      Aber ansonsten lautet mein Motto „Raus & Machen!“
      Schließlich passiert immer irgendetwas, das vorab nicht geplant oder gar bedacht werden kann. Auch daraus lernen wir und machen es beim nächsten Mal eben anders. Learning by Doing.

      Demnach nichts wie los in die Wanderstiefel und ab nach draußen =)

      Liebe Grüße,
      Sara

      Antworten

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